YVONNE, PRINZESSIN VON BURGUND
Residenztheater München
Aus einer Laune heraus versetzt Prinz Philipp den Königshof in Aufruhr: Er stellt die bürgerliche Yvonne als seine Verlobte vor. Hässlich sei sie, krank, schwächlich und ohne Sexappeal, sagen Philipps Eltern, der Hofstaat und sein bester Freund – auf jeden Fall äußerst unpassend. Dabei ist an ihr vor allem merkwürdig, dass sie so gut wie gar nicht spricht. Während sie auf einige wenige Fragen ganz gelassen antwortet, schweigt sie auf jede gehässige Zuschreibung, auf jeden Spott und jede Gemeinheit. Die Adelsgesellschaft fühlt sich davon immer mehr provoziert, in den eigenen Sünden ertappt und sinnt schließlich auf blutige Rache.
Witold Gombrowicz, einer der wichtigsten Vertreter*innen der polnischen Moderne, entlarvt in der bitterbösen Komödie von 1935 die Engstirnigkeit dieser Gesellschaft und des von ihr betriebenen Mobbing. Er rückt ihre verachtenden Rollenbilder genauso ins Rampenlicht wie die zunehmend gewalttätigen Übergriffe auf eine Frau, die nicht in ihre Schemata und Hierarchien passt. Yvonne wirkt wie ein Spiegel, der den verknöcherten Königshof auf sich zurückwirft und mit Bildern von sich konfrontiert, die sie nicht aushalten können.
Inszenierung und Raum: Miloš Lolić
Kostüme: Isabelle Edi, Mariama Sow
Musik: Ifi Ude
Licht: Markus Schadel
Dramaturgie: Katrin Michaels